Geschichte

 

Unser Dorf Impfingen (Dorfchronik)

(erstellt von Oberlehrer i. R. Robert Haberkorn †im Jahre 1961)

An der Taubertalstraße, die im Mittelalter eine große Bedeutung hatte, auf der der Handelsverkehr aus den süddeutschen Reichsstädten stattfand und auf welcher die deutschen Kaiser zur Krönung nach Frankfurt a. M. zogen, liegt, unweit von der Kreisstadt Tauberbischofsheim , das Dorf Impfingen. Die Taubertalstraße zieht auf der rechten Seite der Tauber auf der Talterrasse von Mergentheim nach Wertheim und berührt Impfingen nur am Ortsrande des Dorfes.

Kommt man von Tauberbischofsheim her über die Tauberbrücke, so grüßt den Wanderer von fern die hochgelegene Kirche Impfingens, deren massiver Turm von vier kleinen Türmchen flankiert wird. Der Chor der Kirche ist nach Osten gerichtet. Aus dem Studium der Akten gewinnt man folgendes Bild über das Dorf:

Das Dorf war mit einem Zaun umgeben. Es hatte zwei Tore, das obere Tor, das hinausführte auf die große Taubertalstraße, stand in der Nähe der Kirche und wurde daher auch Kirchtor genannt, und das untere Tor, auch Hochhäuser Tor oder Stegtor genannt. An beiden Toren standen Torwarthäuser. Zwei Torwarte wurden jährlich gedingt.

In der Mitte des Dorfes war der „gemeine Plan“. Dort stand auch das Gemeindehaus mit einem Turm. Auf dem Gemeindeplatz stand ein großer Ziehbrunnen. Nahe am unteren Tor war die Brücke über die Tauber, die mehrere Bögen hatte, die mit Holzdielen überdeckt waren. Die Häuser des Dorfes waren im Mittelalter in ihrem Fundament aus Stein. Darüber erhob sich der Fachwerkbau, dessen einzelne Teile mit Lehmgeflecht geklebt wurden.

Impfingen war etwa um die Mitte des 12. Jahrhunderts zum Teil an die Grafen von Hohenlohe gekommen, während der andere Teil dem mächtigen Grafengeschlecht von Rieneck in Grünsfeld gehörte. Die Grafen von Hohenlohe überließen ihren Teil zugleich mit der Mühle dem Hund von Wenkheim, der seinen Anteil später schuldenhalber an den Nachfolger der Grafen von Rieneck, den Markgrafen von Leuchtenberg auf Schloß Grünsfeld, verkaufte. Da auch das Erzstift von Mainz dort begütert war und die hohe Gerichtsbarkeit in jener Gegend zusammen mit Leuchtenberg besaß, waren die Herrschaftsverhältnisse sehr verwickelt. Doch war der Dorf- und Vogtherr der Marktgraf von Leuchtenberg.

Eine eingehende Dorfordnung ist im Berain (Salzburg v. 1578) enthalten (Generallandesarchiv Karlruhe Berain 3182). In dieser Dorfordnung heißt Impfingen Umpfigheim und Umpfingheim. Der Name ist wohl als „Heim des Umphine“ zu deuten. Die älteste Schreibweise lautet „Umphenkeyn“, 1320. Um das Dorf war der Graben, dessen Gras den Torwarten zustand und ein lebender Zaun, der aber am Kirchhof und Gemeindeplan durch einen Lattenzaun ersetzt wurde. Die ganze Markung war ebenfalls mit einem Graben umgeben, den man die Landwehr nannte.

Impfingens Fluren zeigen Spuren ältester Besiedlung. Schon vor ungefähr 70 Jahren stieß man auf Reihengräbersiedlungen aus der nachrömischen Zeit. Im Jahre 1882 wurden fachkundige Ausgrabungen vorgenommen. bei denen zweierlei Schwerter, Lanzenspitzen, Zierstücke und Tongefäße vorgefunden wurden. Bei Tiefgrabungen von Siedlungen und Kläranlagen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein gespaltener Röhrenknochen, wohl eines Wildpferdes, gefunden, schon stark versteinert, in fünf Meter Tiefe; daneben liegend ein zugespitztes Stück eines Hirschgeweihes, wohl um den Röhrenknochen aufzuspalten. Beim Pflügen fand ein Bauer unweit der Dörrhalle eine trapezförmige Axt ohne Durchbohrung, an einer anderen Stelle wurde eine durchbohrte schwere Streitaxt gefunden, die vielleicht auch als Pflugschar verwendet wurde.

In aufgeschlossener Weise suchte Impfingen den Anschluß an die moderne Zeit zu gewinnen. Die Landwirtschaft insbesondere versuchte, sich den neuen Erfordernissen anzupassen. Eine Beregnungsanlage, Wiederbelebung des Weinbaus und vorzügliche Obstanlagen verdienen hier hervorgehoben zu werden. Die wachsende Bautätigkeit wird wohl zum Wandel des einstigen Weinbauerndorfes zur Industriearbeitersiedlung beitragen.